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  • 16.07.2019
Stratolaunch hebt erstmals vom Boden ab
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16.07.2019

Stratolaunch hebt erstmals vom Boden ab

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Das weltgrößte Flugzeug "Stratolaunch" hat in Kalifornien erfolgreich seinen ersten Testflug absolviert. Bei dem zweieinhalbstündigen Testflug erreichte der doppelrümpfige Spezialflieger eine Höhe von mehr als 5000 Metern und eine Spitzengeschwindigkeit von 300 Stundenkilometern, wie das Unternehmen Stratolaunch Systems Corporation mitteilte.

Stratolaunch-Chef Jean Floyd sprach von einem "fantastischen" Jungfernflug. An Bord befand sich eine dreiköpfige Besatzung, bestehend aus zwei Piloten und einem Flugingenieur. Finanziert wurde die Entwicklung von Microsoft-Mitgründer Paul Allen. Nach Allens Tod im Oktober 2018 steht Stratolaunch jedoch vor einer unsicheren Zukunft.

Das Riesenflugzeug-Projekt soll Satelliten und Nutzfracht in eine günstige Startposition transportieren und irgendwann auch einmal Passagieren den Flug ins All ermöglichen. Die Abmessungen sind enorm: Das Flugzeug ist 72,5 Meter lang und fast 230 Tonnen schwer. Am Boden ruht das Gewicht der Maschine auf einem komplexen Fahrwerk mit insgesamt 28 Rädern. Bisher wurde das Stratolaunch-System nur bei Rollversuchen getestet.
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Breiter als ein Airbus A380
Das riesige Fluggerät kommt auf eine Spannweite von 117 Metern und ist damit - von Flügelspitze zu Flügelspitze gemessen - knapp 40 Meter breiter als das weltgrößte Passagierflugzeug Airbus A380. Für die meisten Verkehrsflughäfen wäre der Stratolauncher damit viel zu sperrig. Für den Einsatz im Linienflugverkehr ist das Spezialflugzeug allerdings auch überhaupt nicht vorgesehen.

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Beim Bau des Stratolaunchers ließen sich die Luftfahrtingenieure einiges einfallen: Die Maschine besteht im Kern aus wiederverwendeten Bauteilen zweier gebrauchter Jumbo-Jets vom Typ Boeing 747, die in vollkommen neuer Konfiguration zusammengesetzt wurden. Der Stratolauncher verfügt über zwei Rümpfe und sechs Triebwerke. Große Teile der Cockpit-Elektronik, der Fahrwerke und der Steuerung wurden weitgehend unverändert aus den gebrauchten Jumbos übernommen.

Die Nutzlast soll im Praxisbetrieb zwischen den Rümpfen hängend in den Himmel steigen: Sobald der Raketenträger eine geeignete Höhe erreicht hat, koppelt sich das Weltraumvehikel ab und zündet die eigenen Triebwerke zum Start in den erdnahen Orbit. Der Stratolauncher kann anschließend zu seinem Startflughafen zurückfliegen.

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Die Kombination aus Trägerflugzeug und Raketenstart in großer Höhe soll vergleichsweise energieeffiziente Transportflüge in den Weltraum ermöglichen. Im Vergleich zum herkömmlichen Raketenstart kommt das Stratolauncher-Konzept ohne teure Feststoffraketen-Booster oder riesige Flüssigtreibstofftankbehälter wie etwa im Fall des längst ausgemusterten Shuttle-Programms der Nasa aus.

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